Drohnenversicherung: Pflicht für jede Drohne

In Deutschland brauchst du für jede Drohne eine Haftpflichtversicherung, egal wie leicht sie ist. Hier erfährst du, welche Versicherung passt und worauf du achten musst.

  • Haftpflicht ist Pflicht, auch unter 250 g
  • Private Haftpflicht deckt Drohnen oft nicht oder nur eingeschränkt
  • Mindestdeckung ist gesetzlich vorgegeben
  • Gewerbliche Flüge brauchen meist eine eigene Police
  • Versicherung ersetzt weder Registrierung noch Kompetenznachweis

Wer in Deutschland eine Drohne fliegt, muss eine Haftpflichtversicherung haben. Das schreibt das Luftverkehrsgesetz (§ 43 LuftVG) für alle Luftfahrzeuge vor, und Drohnen zählen dazu. Anders als bei Registrierung und Kompetenznachweis gibt es keine Gewichtsgrenze: Auch eine kleine Drohne unter 250 g braucht eine Versicherung. Sie zahlt, wenn deine Drohne Menschen verletzt oder fremde Sachen beschädigt. Ohne Versicherung haftest du mit deinem eigenen Vermögen und riskierst zusätzlich ein Bußgeld von bis zu 50.000 € (§ 58 Abs. 1 Nr. 15 und Abs. 3 LuftVG).

Warum ist die Drohnenversicherung Pflicht?

Für Luftfahrzeuge gilt in Deutschland eine Gefährdungshaftung: Du haftest für Schäden durch deine Drohne auch dann, wenn dich keine Schuld trifft, etwa bei einem technischen Defekt oder einer plötzlichen Windböe. Damit Geschädigte in jedem Fall entschädigt werden, verlangt der Gesetzgeber eine Haftpflichtversicherung. Rechtsgrundlage ist § 43 Abs. 2 LuftVG: Der Halter eines Luftfahrzeugs muss eine Haftpflichtversicherung unterhalten. Die Pflicht gilt für private und gewerbliche Piloten gleichermaßen.

Reicht meine private Haftpflichtversicherung?

Manchmal, aber längst nicht immer. Viele Privathaftpflicht-Tarife schließen Luftfahrzeuge aus oder versichern Drohnen nur bis zu einem bestimmten Gewicht und nur bei privater Nutzung. Prüfe in deinen Versicherungsbedingungen, ob Drohnen (oft als „unbemannte Luftfahrtsysteme“ oder „Flugmodelle“ bezeichnet) ausdrücklich eingeschlossen sind, bis zu welchem Gewicht und ob die Deckungssumme reicht. Am sichersten ist eine schriftliche Bestätigung deiner Versicherung.

Welche Deckungssumme ist vorgeschrieben?

Wie hoch die Versicherung mindestens sein muss, regelt § 102 Abs. 2 der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO): Sie richtet sich nach § 37 Abs. 1 LuftVG. Für Luftfahrzeuge unter 500 kg Höchstabflugmasse, also alle üblichen Drohnen, sind das 750.000 Rechnungseinheiten. Gemeint sind Sonderziehungsrechte (SZR) des Internationalen Währungsfonds. In Euro schwankt der Wert mit dem Wechselkurs und liegt bei knapp einer Million Euro. Viele Tarife bieten deutlich höhere Summen.

Privat oder gewerblich fliegen

Private Tarife gelten meist nur für Hobbyflüge. Sobald du mit der Drohne Geld verdienst, etwa für Fotoaufträge, Immobilienaufnahmen oder Inspektionen, brauchst du in der Regel eine gewerbliche Drohnenhaftpflicht. Kläre das vor dem ersten Auftrag mit deiner Versicherung, sonst kann der Schutz im Schadenfall fehlen.

Was kostet eine Drohnenversicherung?

Feste Preise gibt es nicht, die Anbieter kalkulieren selbst. Der Beitrag hängt vor allem davon ab, ob du privat oder gewerblich fliegst, wie schwer deine Drohne ist, wie hoch die Deckungssumme ist und ob eine Selbstbeteiligung vereinbart wird. Eine reine Haftpflicht für Hobbypiloten ist in der Regel deutlich günstiger als eine gewerbliche Police oder eine Kaskoversicherung. Vergleiche mehrere Angebote und achte auf die Bedingungen, nicht nur auf den Preis.

Haftpflicht oder Kasko?

Die Haftpflicht ist Pflicht und zahlt Schäden, die du anderen zufügst. Eine Kaskoversicherung ist freiwillig und ersetzt Schäden an deiner eigenen Drohne, etwa nach einem Absturz, Wasserschaden oder Diebstahl. Ob sich eine Kasko lohnt, hängt vom Wert deiner Drohne ab.

Versicherung, Registrierung und Führerschein

Die Versicherung ist nur einer von drei Bausteinen. Wiegt deine Drohne 250 g oder mehr oder hat sie eine Kamera, musst du dich zusätzlich beim Luftfahrt-Bundesamt als Betreiber registrieren. Ab 250 g brauchst du außerdem mindestens den Kompetenznachweis A1/A3. Keiner dieser Nachweise ersetzt den anderen.

Worauf du beim Vergleich achten solltest

PunktWarum es wichtig ist
Drohnen ausdrücklich eingeschlossenViele Privathaftpflicht-Tarife schließen Luftfahrzeuge aus
GewichtsgrenzeManche Tarife gelten nur bis zu einem bestimmten Gewicht
Private oder gewerbliche NutzungGewerbliche Flüge sind in Privattarifen meist nicht versichert
DeckungssummeMuss mindestens die gesetzliche Mindestdeckung erreichen
GeltungsbereichWichtig, wenn du im Ausland fliegen willst
Mehrere DrohnenManche Tarife gelten pro Drohne, andere pro Pilot
SelbstbeteiligungSenkt den Beitrag, kostet aber im Schadenfall

Diese Seite ersetzt keine Versicherungsberatung. Maßgeblich sind die Bedingungen deines Vertrags.

Amtliche Quellen

Alle Angaben zu Pflicht, Mindestsumme und Bußgeld stammen aus dem amtlichen Gesetzestext des Bundesministeriums der Justiz (Stand geprüft: September 2026).

Häufige Fragen

Ist eine Drohnenversicherung Pflicht?

Ja. In Deutschland brauchst du für jede Drohne eine Haftpflichtversicherung, unabhängig von Gewicht und Nutzung (§ 43 Abs. 2 LuftVG).

Brauche ich auch für eine Drohne unter 250 g eine Versicherung?

Ja. Die Gewichtsgrenze von 250 g gilt für Registrierung und Kompetenznachweis, nicht für die Versicherung. Auch eine DJI Mini muss haftpflichtversichert sein.

Zahlt meine private Haftpflicht, wenn meine Drohne einen Schaden verursacht?

Nur wenn Drohnen in deinem Tarif ausdrücklich eingeschlossen sind. Viele Tarife schließen Luftfahrzeuge aus oder begrenzen das Gewicht. Lass dir den Schutz im Zweifel schriftlich bestätigen.

Was kostet eine Drohnenversicherung?

Das legen die Versicherer selbst fest. Entscheidend sind private oder gewerbliche Nutzung, Gewicht der Drohne, Deckungssumme und Selbstbeteiligung. Hobby-Haftpflichttarife sind meist deutlich günstiger als gewerbliche Policen.

Was passiert, wenn ich ohne Versicherung fliege?

Das ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 58 Abs. 1 Nr. 15 LuftVG. Laut § 58 Abs. 3 LuftVG kann sie mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 € geahndet werden; wie hoch sie im Einzelfall ausfällt, entscheidet die Behörde. Bei einem Schaden haftest du zudem selbst.

Brauche ich für gewerbliche Flüge eine eigene Versicherung?

In der Regel ja. Private Tarife decken meist nur Hobbyflüge. Kläre gewerbliche Nutzung vor dem ersten Auftrag mit deiner Versicherung.

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